Feuerwerk – Die laute Gefahr

Raketen, Knallkörper und sonstige Feuerwerksartikel sind für viele der schönste Weg, das Jahr gebührend ausklingen zu lassen. Jedoch ist dies eine sehr eingeschränkte und egoistische Sichtweise. Aus Sicht der heimischen Wildtiere betrachtet, tut sich ein ganz anderes Bild auf.

Der Einsatz von Feuerwerkskörpern bringt beispielsweise Vögel in lebensbedrohliche Situationen. Nicht nur, dass diese gefiederten Lebewesen im Winter ohnehin mit ihren Kräften gut haushalten müssen, wird ihnen zusätzlich das Leben zur Hölle gemacht. Bedingt durch zB. helle Raketen fliegen die Vögel zum Teil in extreme Höhen, um dem grellen Inferno zu entfliehen. Der damit verbundene Energieverbrauch ist natürlich enorm.

Nicht nur Wildtiere leiden unter diesen optischen und akustischen Beeinträchtigungen, sondern auch Haustiere wie Hunde und Katzen. Diese extrem lärm- und geruchsempfindlichen Tiere leiden jedes Jahr Todesqualen, und das unter dem Deckmantel der Volksbelustigung.

Die enormen Rauchschwaden, bestehend aus Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Ruß sorgen alleine in Deutschland für nahezu 5.000 Tonnen Feinstaub. Man stelle sich einmal vor, das entspricht in etwa 17 Prozent des jährlich im Straßenverkehr Deutschlands abgegebenen Feinstaubes.

Neben dem Feinstaub werden auch noch Schwermetallpartikeln freigesetzt. Bei diesen Partikeln handelt es sich vorrangig um Barium, Strontium und Kupfer.

Bilder: Pixabay

Jener Feinstaub sorgt bei Kraftfahrzeugen mit Dieselmotoren für großes Aufsehen, zu Silvester hingegen wird Feinstaub zur puren Belustigung freigesetzt, und das auch noch ohne Konsequenzen für die Verursacher. Laut Studien liegt die Feinstaubkonzentration, welche durch Dieselmotoren verursacht wird, an stark befahrenen Straßen bei ca. 70 Mikrogramm pro Kubikmeter. Zu Silvester wurden jedoch schon Höchstwerte von 3.000 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Das ist 42,9 mal so hoch wie die durch Dieselfahrzeuge verursachte Feinstaubkonzentration.

Feinstaub gefährdet erwiesenermaßen die Gesundheit. Es werden dabei die Atemwege beeinträchtigt und in weiterer Folge kann dies zu Lungen- und Herz-Kreislauf Erkrankungen führen. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Verletzungen, die beim Abfeuern der Feuerwerkskörper geschehen. Alleine in Deutschland erleiden ca. 8.000 Menschen zu Silvester Verletzungen des Innenohrs bedingt durch die lauten Explosionen.

Für diesen „Spaß“ werden in Deutschland zwischen 100 und 150 Millionen Euro ausgegeben.
Da stellt sich für mich die Frage, in welcher Welt leben wir eigentlich?

Warum wird seitens der Behörden bereits im Vorfeld nichts gegen diesen Wahnsinn unternommen?

Nun ja, scheinbar kümmert man sich ja darum.

Schon seit meiner Jugend wurde und wird in den Medien immer wieder über das grundsätzliche Verbot von Raketen und Knallkörpern jeglicher Art gesprochen. Gleichzeitig wird es aber auch den „Konsumenten“ immer leichter gemacht,  ihr Feuerwerk käuflich erwerben zu können. Selbst in Discount-Supermärkten, die es in Österreich und Deutschland zahlreich gibt, kann man riesige Batteriefeuerwerke mit den klingenden Namen „Flamenco“, „Limbo“ oder „Bolero“ ab 16 Jahren direkt in den besagten Filialen erwerben.

Einerseits werben genau diesen Handelsketten mit natürlichen, gesunden, reginonalen und saisonalen Lebensmitteln und andererseits wird solch ein Müll verkauft. Das passt irgendwie nicht so recht ins Bild.

Meiner Meinung nach ist der wahre Grund, warum eigentlich nichts gegen diesen Wahnsinn unternommen wird folgender:

Ich möchte bei dieser Gelegenheit einen lateinischen Ausdruck von einem römischen Dichter namens Juvenal anführen: Panem et circenses. Das bedeutet übersetzt so viel wie „Brot und Zirkusspiele“.

Aber wie kann man diesen alten, lateinischen Ausdruck deuten?

Ganz einfach. Schon damals wusste man, dass man mit inszenierten Großereignissen von politischen bzw. wirtschaftlichen Problemen ablenken kann. Was damals funktionierte, funktioniert also auch heute noch 😉

Wie gehst Du mit dem Thema Feuerwerk um? Hast Du Fragen oder auch Anregungen diesbezüglich? Wir freuen uns über zahlreiche Kommentare 🙂

4 Kommentare
  1. Susanne Predl
    Susanne Predl sagte:

    Oh , ich kann diesem Artikel vollinhaltlich zustimmen. Es nur mit „Brot und Spielen“ zu erklären erscheint mir doch etwas zu einseitig, meist wird doch der wirtschaftliche Faktor vorgeschoben, – der aber auch wieder zu hinterfragen wäre……Arbeitsbedingen, Löhne usw. bei der Herstellung dieser Feuerwerkskörper,Transportwege.und, und,und….die Luftverschmutzung die dadurch entsteht, der Müll und die Kosten der Entsorgung…
    Es müsste dann aber überhaupt konsequent verboten werden, auch bei großen Festen, Olympischen Spielen, Sportereignissen, Konzerten Opern und sonstiger Events. Nun , da schließt sich aber wieder der Kreis „Brot und Zirkusspiele“
    Wie verhält es sich mit Lasershows???

    Antworten
    • Andreas Zeinzinger
      Andreas Zeinzinger sagte:

      Vielen Dank Susanne für Dein Feedback!
      „Brot und Spiele“ ist natürlich nicht der einzige Grund. Jedoch ist der wirtschaftliche Faktor für uns überhaupt nicht relevant, wo doch das meiste Feuerwerk aus Asien importiert wird. Naturlich auch mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen verknüpft. Angenommen der private Feuerwerk Verkauf würde eingestellt, dann wäre das schon ein großer Vortschritt. Aber Du hast schon Recht, früher oder später sollte gänzlich auf diese Art der Umweltverschmutzung verzichtet werden.Lasershows haben auf jeden Fall den Vorteil, dass keine Luftverschmutzung stattfindet.
      Liebe Grüße,
      Andreas aus dem Garten Steinfeld 🙂

      Antworten

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