Lichtsmog im Garten

Lichtsmog, welcher auch Lichtverschutzung (engl. light pollution) genannt wird, ist ein neuzeitliches Phänomen, welches ca. 80 Prozent der Weltbevölkerung betrifft. Alleine in Europa und den USA betrifft es gar über 99 Prozent, der dort lebenden Bevölkerung.
Da die Lichtverschmutzung einen störenden Einfluss bedingt durch Änderungen der Tag und Nacht Zyklen auf pflanzliche Organismen ausübt, ist diese auch ein Teil der Umweltverschmutzung.
Alleine zwischen 2012 und 2016 hat der Anteil der weltweit beleuchteten Flächen um ca. 9,1 Prozent zugenommen.

Besonders auffällig ist es aber auch, dass die Helligkeit der bereits beleuteten Flächen im Zeitraum dieser 4 Jahre weltweit um 2,2 Prozent zugenommen hat.

Wie kommt es aber nun zu dieser extremen Lichtansammlung?

Hauptsächlich sind es die nach oben abstrahlenden bzw. reflektierenden Lichtanteile, die in der Atmosphäre erneut reflektiert und zusätzlich durch Schwebeteilchen in der Luft zerstreut werden. Diesen Vorgang nennt man Mie-Streuung.
Die  entstehende “Lichtglocke”, welche als diffuser Nebel aus Licht wahrgenommen wird, kann man außerhalb von Städten mit ca. 30.000 Einwohnern bis in eine Entfernung von 25 bis 30 Kilometern beobachten.

Am Beispiel von Spaniens Hauptstadt Madrid mit einer Bevölkerungsanzahl von 3,166 Millionen (2016) kann man die Lichtglocke sogar bis zu einer Entfernung von 100 Kilometern wahrnehmen.

Bild von PxHere

Welche Auswirkungen hat diese Lichtverschmutzung?

Werden Laubbäumen durch den Lichtsmog beeinträchtigt kann es durchaus sein, dass  in unmittelbarer Nähe von Straßenlaternen der Laubfall im Herbst deutlich später stattfindet.

Weiße Lichtquellen mit hohem Blauanteil im Spektrum bereiten Zugvögeln aber auch nachtaktiven Insekten große Probleme bei ihrer Navigations- bzw. Orientierungsfähigkeit. Neben Insekten werden zahlreiche weitere Tierarten durch Lichtverschmutzung geschädigt. Zugvögel werden zB. durch hell erleuchtete Gebäude irritiert, fliegen dann in diese Gebäude und werden dabei verletzt oder sogar getötet. (Towerkill-Phänomen)

Weitere Auswirkungen dieser maßlosen Lichtvergeudung wurden auch bei anderen nachtaktiven Tieren wie zB. Fledermäusen und Fröschen beobachtet. Genauere Untersuchungen werden die Bandbreite dieses vom Menschen herbeigeführten Phänomens sicher noch besser aufzeigen.

Teichfrosch

Fledermaus

Was kann jeder Einzelne dagegen tun?

Wir sollten uns grundsätzlich Gedanken darüber machen, was uns der allgemeine Beleuchtungs-Wahnsinn bringt. Ist es wirklich notwendig, dass außerhalb der Wohnhäuser oder auf Balkonen bzw. in Gärten die Nacht zum Tag gemacht wird? Die Antwort ist selbstverständlich NEIN. Meist werden diese Licht-Arrangements, bestehend aus Lichterketten, Rentierschlitten und sonstigen Konstrukten ohnehin nur von den Nachbarn “bewundert”.

Wem die Naturschutzgründe schon nichts bedeuten, dem sollten zumindest die Stromkosten zu einem Umdenken bewegen. Denn auch die LED-Technologie verbraucht Strom!

Und einmal Hand aufs Herz, was gibt es Schöneres als einen tiefen Schlaf bei nahezu absoluter Dunkelheit. Nur leider kennen wir das gar nicht mehr. Und die Flora & Fauna auch nicht mehr…

Wie gehst Du mit dem Thema Lichtverschmutzung um? Hast Du Fragen oder auch Anregungen diesbezüglich? Wir freuen uns über zahlreiche Kommentare 🙂

2 Kommentare
  1. Dietmar
    Dietmar sagte:

    In Deutschland hab ich Mal eine Gemeinde gefunden, die sich genau diesem Thema annahm. Sie machte ua. Werbung mit: Bankerl sitzen und Sternderl schaun! Muss schaun, ob ich sie noch finde.

    Antworten

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