Projekt Magerwiese

Ob Wiesen-Salbei, Magerwiesen-Margerite, Knollen-Mädesüß oder die Wiesen-Flockenblume – bei diesen Pflanzen handelt es sich um in Österreich vorkommende Trockenwiesen-Pflanzen, die auf karge, magere Böden angewiesen sind. Um diese Pflanzen und noch eine große Auswahl anderer im eigenen Garten ansiedeln zu können, bedarf es jedoch einiger Vorarbeit.

Was zeichnet denn eine Magerwiese aus?

Grundsätzlich ist es so, dass Magerwiesen zu den artenreichsten Wiesentypen überhaupt zählen. Das liegt unter anderem daran, dass durch den nährstoffarmen Boden Pflanzen bevorzugt werden, die in nährstoffreichen Böden keinelei Chance zur Entwicklung hätten. Landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen stehen natürlich im krassen Widerspruch zu diesen besonderen Bedingungen. Deshalb ist eine Abmagerung solcher Flächen mit einem großen Arbeitsaufwand verbunden. Unter optimalen Bedingungen sollte eine Magerwiese übrigens nur einmal im Jahr gemäht werden, und zwar im September, wenn auch die letzten, spät blühenden Pflanzen ihre Samen verbreitet haben.

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Eine Magerwiese im Garten Steinfeld

Um nun auch im Garten Steinfeld in den Genuss einer Magerwiese zu kommen, haben wir uns einige Gedanken diesbezüglich gemacht. Die Platzfrage war relativ schnell abgeklärt. Jetzt musste nur mehr eine Möglichkeit gefunden werden, den fetten Boden abzumagern. Einen hohen Stickstoffanteil im Boden erkennt man übrigens unter anderem daran, dass sich zB. Löwenzahn, Gemeine Nachtkerze als auch Kriechendes Fingerkraut explosionsartig ausbreiten und andere Pflanzen dadurch verdrängt werden.

Unsere Herangehensweise

Glücklicherweise wurde bei unseren Nachbarn ziemlich zeitgleich ein Schwimmbiotop angelegt. Das hatte zur Folge, dass sehr viel nährstoffarmes, sandiges Aushubmaterial zur Verfügung stand. Was war also naheliegender, als dass ich den fetten Oberboden entfernte und gegen das Aushubmaterial austauschte. Was leicht klingt, war natürlich eine ziemliche Knochenarbeit, welche sich dann aber doch relativ zügig erledigen ließ. Dazu muss man jedoch sagen, dass ich den Jahren zuvor den gesamten Garten in der Größe von ca. 1.500m² ausschließlich mit Spaten und Schaufel bearbeitet habe. Das kleine Stück Magerwiese ist dann auch nicht mehr sonderlich ins Gewicht gefallen.

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Ich begann also, die Humusschicht ungefähr zwei Spaten tief  zu entfernen und gegen den sandigen Unterboden auszutauschen. Wie ich schon beschrieben habe, ging das problemlos, da der Boden gut durchgefeuchtet war. Im trockenen Zustand ist ein solches Unterfangen jedoch sehr mühsam und es macht dann auch keinerlei Spaß. Wenn es lange nicht mehr geregnet hat hilft es dann sehr gut, den Boden ordentlich zu bewässern. Nach einiger Zeit ist dann eine Bearbeitung des Bodens wieder ungehindert möglich. Im Falle, dass der Boden sehr verdichtet ist und daher Staunässe zu beobachten ist, sollte man ihn tiefgründiger lockern, um die Ursache selbiger zu beseitigen. Gerade bei Trockenwiesen wäre diese Vorgehensweise natürlich absolut angebracht.

Nachdem ca. 25 Scheibtruhen nährstoffreiche Humusschicht gegen 25 Scheibtruhen sandigen, nährstoffarmen Unterboden ausgetauscht waren, planierte ich die gesamte Fläche. Bei dieser Tätigkeit kamen sehr große Gesteinsbrocken zum Vorschein. Kein Wunder, denn die Marchfelder Böden hier sind reich an eiszeitlicher Schottermasse.

Für die besagten Steine haben wir aber bis jetzt immer adäquate Verwendungsmöglichkeiten gefunden. Zusammengeschichtet als Eidechsenversteck oder zu dekorativen Zwecken – Möglichkeiten gibt es in naturnahen Gärten immer genug.

Einige, bereits Jahre zuvor gepflanzte Gehölze, durften im Bereich der Magerwiese bestehen bleiben:

Asimina triloba – Dreilappiger Papau, Indianerbanane (2 Sorten)
Lonicera caerulea kamtschatica – Lenzbeere, Sibirische Blaubeere (2 Sorten)

Für diese Pflanzen wurde um den Wurzelbereich herum die nährstoffreiche Humusschicht nicht ausgetauscht. Diese Vorgehensweise sollte längerfristig eine gute Nährstoffversorgung gewährleisten.

Die Auswahl des Saatguts

Ab dem Frühling 2020 werden wir nach und nach ausgewähltes, dem Standort entsprechendes Saatgut heimischer Wildpflanzen auf die vorbereitete Fläche ausbringen.

Vielleicht möchtest Du Deinen Garten ja auch durch eine Magerwiese aufwerten? Hast Du Fragen oder Anregungen diesbezüglich? Wir freuen uns über zahlreiche Kommentare 🙂

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