Vermehrung durch Aussaat – Teil 2 – Das Pikieren

Nach der erfolgreichen Aussaat kann man bereits nach einigen Tagen die Keimung des Saatguts beobachten. Je nach Gattung, Art und auch Sorte ist die Keimdauer natürlich sehr variabel.
Beispielsweise keimt das Chili-Saatgut bereits nach etwa 5-6 Tagen. Nach insgesamt ca. 2 Wochen sollten sich die Keimblätter der Sämlinge bereits vollständig entwickelt haben. Ab diesem Zeitpunkt ist noch etwas Geduld angesagt. Erst wenn sich die ersten Laubblätter, die sogenannten Primärblätter entwickeln, ist es an der Zeit für den nächsten Arbeitsschritt, das Pikieren.

Was bedeutet Pikieren?

Das Wort pikieren stammt vom Französischen „piquer“ und bedeutet so viel wie stechen.

Beim Pikieren werden die zu eng stehenden Keimlinge aus den Anbaukistchen entnommen und in eine neue Substratmischung gepflanzt. Dies kann entweder reihenweise in Kistchen erfolgen, oder gleich in sogenannte Multitopfplatten. Falls man keine Multitopfplatten zur Hand hat oder man nur kleinere Mengen pikiert, kann man selbstverständlich auch jede andere Art von Behältnis verwenden.
Als Hilfe beim Pikieren nimmt man ein sogenanntes Pikierholz, welches sich an den Enden verjüngt und dadurch eine schonende Verpflanzung der Jungpflanzen ermöglicht.

Dieses Mal verwenden wir kein reines Aussaat-Substrat, sondern eine Mischung aus drei Komponenten, welche bereits mit einem höheren Nährstoffanteil angereichert sind. Ich empfehle eine Mischung aus drei Teilen torffreien Anzuchtssubstrats, einem Teil Kokosfasern sowie einem Teil Komposterde aus dem Biogarten.

Selbstverständlich hat jeder Hobbygärtner seine eigenen Spezialmischungen. Meine Angaben beruhen auf eigenen Erfahrungswerten und können natürlich variieren.

Man füllt nun in unserem Fall die Multitopfplatten mit Substrat und achtet darauf, dass keine Hohlräume entstehen. Das kann man am besten durch Andrücken mit den Fingern erreichen. Die letzten Zentimeter kann man dann mit feiner Erde übersieben. Zu guter Letzt streicht man dann noch die überschüssige Erde mit dem Handrücken oder einem Holz glatt.

Bei der Entnahme der Jungpflanzen kürzt man die noch relativ unverzweigten Wurzeln mit Hilfe der Fingernägel ein. Diese Vorgehensweise fördert eine üppigere Wurzelbildung.
Mit dem Pikierholz macht man nun reihenweise Loch für Loch und bettet die zuvor entnommenen Sämlinge in diese. Das seitliche Andrücken nicht vergessen, sonst finden die kleinen Pflänzchen keinen Halt im Boden. Bitte auch diesmal auf eine sorgfältige Etikettierung achten.

Wenn die Kistchen fertig pikiert sind, stellt man diese auf einen hellen Fensterplatz bzw. auf eine andere Stellfläche mit der im ersten Teil dieses Blogs beschriebenen LED- Beleuchtung. Zu guter Letzt gießt man die pikierten Pflanzen sorgfältig ein, achtet aber auch diesmal darauf, dass die Pflänzchen nicht ausgeschwemmt werden.

Nach einigen Tagen kann man schon deutlich erkennen, dass die Pflanzen an Wachstum zugelegt und somit das Pikieren sehr gut überstanden haben.

Paradeiser & Chili Vermehrung im Garten Steinfeld mit den Gartenprofis – Teil 2

Hast Du Fragen oder auch Anregungen zum Thema Pikieren? Wir freuen uns über zahlreiche Kommentare und Anregungen 🙂

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